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Nachdem Microsoft nun endlich, nach einigen Verschiebungen, die lang angekündigte erste Beta-Version vom XP Nachfolger Windows Vista, ehemals bekannt unter dem Namen Longhorn, an die Betatester und MSDN Abonnenten ausgeliefert hat, wird es Zeit sich diese Version einmal näher anzusehen. Als Testrechner haben wir einen Pentium 4 mit 2,6 Ghz und HT Technik gewählt, sowie 1024 MB Ram und eine NVidia Geforce 6800 Ultra.
Die Installation:
Nachdem das Image von ca. 2,5 GB Größe gedownloadet und gebrannt war, präsentiert sich die Installationsroutine recht simpel und entschlackt gegenüber ihren Vorgängern.
Egal ob die Installation von XP aus startet oder direkt von DVD bootet, es sind nur wenige Angaben notwendig, bevor es losgehen kann. So will Vista nur kurz den CD-Key wissen und auf welche Festplatte bzw. Partition es sich installieren soll.
Sind diese Angaben gemacht, kann man Vista die nächsten 30 Minuten alleine lassen. Das Setup kopiert alle nötigen Dateien, richtet das neue System, den Bootloader (falls nötig) und die Hardware ein. Es sind keine weiteren Eingaben mehr von User erforderlich.
Während der Installation wird der PC zweimal neu gestartet, einmal nach der Beendigung des Kopiervorgangs und das zweite Mal nach Abschluss des Hardwaresetups.

> Screenshot: Installation von Vista
Windows Vista und sein neuer Desktop:
Nach Abschluss der Installation präsentiert sich einem der neue Desktop von Windows Vista. An dieser Stelle möchte ich kurz erwähnen, dass es sich hier keineswegs um den Desktop der Final-Version von Windows Vista handelt. Microsoft arbeitet zurzeit an einem völlig neuartigen Desktop, auch bekannt als „Project M“, über den jedoch noch keine Details bekannt sind und der wohl frühestens in der Beta 2, wenn nicht erst in einem der RC’s, vorgestellt wird.
Der aktuelle, temporäre, Desktop zeigt sich erfrischend. Viele Animationen, Glas- und Lighteffekte machen Lust auf mehr. Nachteil, wer in den vollen Genuss dieser Effekte kommen will, braucht eine vollständig DirectX 9 kompatible Grafikkarte und einen passenden Treiber, der LDDM (Longhorn Display Driver Model) konform ist. Von Haus aus liefert die Beta 1 von Windows Vista jedoch nur LDDM Treiber für die NVidia Geforce 5er Reihe und für die Ati Raedon 9000er Serie.
LDDM Treiber für neuere Modell werden wohl erst in späteren Beta-Versionen integriert. Wer nicht so lange warten will: Sowohl NVidia als auch ATI bieten bereits Treiber an, die dem LDDM konform werden, und mit denen die Glas- und Lighteffekte aktiviert werden. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass es sich hierbei um Treiber handelt, die sich noch im Alpha Stadium befinden. Auf unserem Testsystem kam es zwar zu keine Komplikationen, aber ganz ausgeschlossen ist dies natürlich auch nicht.

> Screenshot: Der neue Desktop von Vista
Das neue Startmenü:
Auch an dem Startmenü von Windows Vista hat sich einiges verändert. Zuerst einmal wurden den ganzen persönlichen Ordner wie „My Document“, „My Pictures“, etc. weggenommen. Jetzt heißen sie einfach schlicht „Documents“ beispielsweise.
Das wirklich Interessante an dem Startmenü ist aber wohl das Eingabefeld, welches sich unter „All Programs“ befindet. Hiermit kann man Programme schneller aufspüren als bisher. Das Feld dient als Quickfinder. Sucht man zum Beispiel das Programm Notepad, so gibt man einfach nur die Buchstaben no ein und in der linken Spalte des Starmenüs werden alle Programme die mit no anfangen gelistet. Hat man nun sein Programm gefunden reicht ein einfacher Druck auf Enter, um es zu starten.
Diese schnelle Suchfunktion basiert auf der neuen Indexsuche von Windows Vista, auf die wir später noch einmal zu sprechen kommen.

> Screenshot: Suchfunktion im Startmenü
Eine weitere Neuerung im Starmenü ist, dass ein Klick auf „All Programs“ kein neues Menü hervorruft, sondern auch hier in der linken Hälfte des Startmenüs die ganzen Einträge aus „All Programs“ erscheinen.
Ist die Liste länger und benötigt mehr Platz, als das linke Startmenü bietet, so erscheinen am Rand Scrollbalken. An dieser Stelle hat Microsoft jedoch noch starken Nachholbedarf, denn diese Lösung ist so noch nicht akzeptabel, da man so schnell die Übersicht verliert.

> Screenshot: Das neue Startmenü
Der neue Explorer:
Wer unter Windows Vista einmal den Arbeitsplatz aufruft, dem wird auffallen, dass sich dort einiges geändert hat. Zuerst einmal ist die linke Infoleiste, bekannt von Windows XP, nach untern gewandert und zeigt nun die genauen Details einer Datei bzw. eines Laufwerks an.
Desweiteren befindet sich dort eine Info zum „Rating“. Das Rating zeigt einem an, wie häufig diese Datei verwendet und bearbeitet wird und somit, wie „beliebt“ sie beim User ist.
Außerdem fallen einem sofort die neuen Balken, direkt unter den Laufwerken, auf, die einem auf den ersten Blick Informationen über die Auslastung des jeweiligen Laufwerks geben.
Die Meisten wird es auch freuen zu hören, dass Microsoft nun auf Vektor basierte Grafiken setzt, mit denen eine stufenlose und verlustfreie Vergrößerung der Icons möglich ist.

> Screenshot: Der Arbeitsplatz
Die neue Fax-Konsole:
Mit Windows Vista führt Microsoft nun endlich mal eine neue Fax-Konsole ein, mit der es einfacher ist Ein- und Ausgehende Faxe zu verwalten, zu filtern und in Kategorien zu unterteilen, sowie ein Adressbuch anzulegen und zu verwalten.
Das ganze erinnert nicht nur vom Äußerlichen stark an Outlook Express, was aber keineswegs negativ ist. Nur wundert es mich doch, dass Microsoft die Konsole nicht direkt in Outlook Express bzw. Outlook integriert hat, sondern als einzelne Anwendung im System gelassen hat.

> Screenshot: Die neue Fax-Konsole von Vista
Der „Game-Explorer“:
Im Startmenü findet sich ein neuer Eintrag: „Games“. Klickt man auf diesen, so gelangt man zum neuen „Game-Explorer“. Hier erscheinen alle auf dem Computer installierten Spiele, nicht nur die mit Windows mitgelieferten, und lassen sich in Kategorien einteilen und bequem verwalten, sowie mit Hilfe von „Parental Control“, ein neues Feature für Eltern, um zu kontrollieren, was die Kindern am PC dürfen und was nicht, mit einem Passwort versehen.

> Screenshot: Der neue Game-Explorer
Der Internet Explorer 7:
Windows Vista enthält auch die Beta des neuen Internet Explorer 7, der schon lange überfällig ist, der mit ein paar „neuen“ Funktionen an den Start geht. Zum einen wäre da das „Tabbed-Browsing“, welches einige sicher schon von anderen Browsern kennen. Diese lässt sich auch genauso bedienen, wie in den Alternativen zum IE. So öffnet z.b. strg+t einen neuen Tab und strg+w schließt ihn wieder. Was Microsoft jedoch deutlich besser als seine Konkurrenten hinbekommen hat, ist die Öffnung eines neuen Fensters in einem neuen Tab. So ist es bei Firefox und co. doch immer noch so, dass man mit dem Scrollrat einen Link anklicken muss, damit er auch wirklich in einem neuen Tab und nicht in einem neuen Fenster erscheint. Beim IE 7 ist das anders, hier reicht ein normaler Klick aus, um die verlinkte Website in einem neuen Tab zu öffnen.
Ein weiteres „neues“ Feature ist, dass der Internet Explorer nun endlich auch RSS-Feeds lesen kann. Diese News-Feeds lassen sich ganz einfach durch einen Klick abonieren, zu den Favoriten hinzufügen und verwalten. Leider arbeitet diese Funktion noch nicht ganz fehlerfrei. Bei einigen Feeds musste ich feststellen, dass der Internet Explorer diese (noch) nicht lesen kann. Hier besteht also noch ein wenig Nachholbedarf.
Desweiteren befindet sich, auch bekannt aus Firefox und co., oben in der linken Ecke des Browserfensters ein Suchfeld, mit dessen Hilfe man eine Suchmaschine auswählen kann, mit der man dann nach Ergebnissen, zum im Feld eingegebenem Stichwort, suchen kann.
Für die Zukunft sind noch weitere Feature geplant und eines davon soll an dieser Stelle noch mal erwähnt werden, das so genannte „Sandbox“-Feature. Hierbei läuft der IE in einer für ihn eigenen Umgebung, die vom Rest des Systems abgeriegelt ist, sodass der IE nicht mehr die Möglichkeit hat, Einstellungen am System zu verändert, wodurch es Angreifern und Viren erschwert werden soll, in das System einzudringen. Dieses Feature wird es jedoch nur mit dem neuen Internet Explorer 7 unter Windows Vista geben. Der IE 7 wird dies unter Windows XP aus technischen Gründen, so Microsoft, nicht können.

> Screenshot: Der Internet Explorer 7 mit Tabbed-Browsing
Die neue Suchfunktion:
Wir hatten es ja bereits schon kurz bei der Suchfunktion im Startmenü angesprochen, Windows Vista hat eine neue Indexsuche. Mit dieser ist es nun möglich, seine Dateien, Dokument, Faxe, E-Mails usw. nach bestimmten Stichwörtern zu durchsuchen, die diesen Dateien zu geteilt wurden. So muss man zum Aufspüren einer Datei nicht mehr ihren exakten Namen wissen, sondern sucht einfach nach Stichwörtern, die den Inhalt bzw. den Kontext der Datei beschreiben. Hierbei gibt es auch eine Filter-Funktion, mit der man einstellen kann, ob man z..b nur in Dokumenten und E-Mails suchen. Weiterhin ist es möglich eigene Regeln für die Suche und die Anordnung der Suchergebnisse aufzustellen. Einige kennen diese Funktionen vielleicht schon aus der Desktopsuche von MAC OS X.

> Screenshot: Die Indexsuche von Vista
Die neuen User-Accounts:
Nun endlich hat Microsoft sich ein Beispiel an den anderen Betriebssystemen genommen. Man arbeitet nicht mehr von Haus aus als Administrator, sondern nur noch mit eingeschränkten Rechten. Will man nun etwas am System verändern oder Software installieren bzw. entfernen, so wird man aufgefordert das Administrator Passwort einzugeben, hat man dieses nicht, so ist eine Installation nicht möglich. Diese Funktion gehört, ähnlich wie das „Sandbox“-Feature vom Internet Explorer, zum neuen Sicherheitsmodell von Windows Vista.
Performance, Stabilität und Kompatibilität:
Was diese Punkte angeht überrascht die Beta 1 von Windows Vista positiv. War man es doch aus vorherigen, damals noch Longhorn, Builds gewöhnt, dass diese selbst auf neuster Hardware nur sehr zäh liefen. Vista ist hier komplett anders. Auf unserem Testsystem, mit sämtlichen eingeschalteten Grafikeffekten, bootete Windows Vista gute 40% schneller als XP und lief auch im normalen Betrieb (Anwendungen, Spiele, Entwicklungsumgebungen ect.) wesentlich schneller als sein Vorgänger bei gleicher, wenn nicht noch besserer Stabilität und das bereits im Beta 1 Stadium. Wer nun Angst hat, dass die neuen Grafiken zu lasten der CPU gehen, den kann ich an dieser Stelle beruhigen. Unterstützt der PC alle Effekte, so übernimmt die Grafikkarte die komplette Berechnung der Oberfläche und nicht mehr die CPU, sodass diese weniger Ausgelastet wird. Auf unserem Testsystem zum Beispiel, hatten wir eine maximale CPU Auslastung von 10%, im Leerlauf, bzw. beim normalen Arbeiten, schwankte diese zwischen 0 und 5%.
Was die Kompatibilität von Hard- und Software angeht, so bin ich ebenfalls positiv überrascht, mehr als 1 GB Daten auf der Installations-DVD sind nur Treiber, um größt mögliche Kompatibilität zu gewähren. Leider waren für die Soundkarte des Testsystems keine Treiber beigelegt, was aber kein Problem war, weil Windows Vista Abwärtskompatibel zu den Treibern von Windows XP und Windows Server 2003 ist.
Testergebnis:
Abschließend kann man sagen, dass Windows Vista ein gute gelungener Wurf aus dem Hause Microsoft ist. Ich habe schon mit einigen Beta-Versionen aus dem Hause Microsoft Erfahrungen sammeln dürfen und muss ganz klar sagen, dass Windows Vista hier an oberster Stelle steht, da es die fehlerfreiste Betaversion eines Microsoft Betriebssystems überhaupt ist. Wenn Microsoft bis 2006 den jetzt eingeschlagenen Weg fortführt, wovon auszugehen ist, so wird Windows Vista ein grandioses Betriebssystem. Besonders überzeugt hat die sehr gute Performance, sowie die groß Kompatibilität zu Hard- und Software.
(sl)
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